Auf dem Weg zur emissionsfreien Logistik: Drei Fragen an Stefan Hohm

Forschung, Innovation und eine gesunde Portion Realismus – CDO Stefan Hohm über die Klimaschutzstrategie von DACHSER

Autor: Hendrik Durst I Lesezeit: 3 Minuten

12/02/2026

In der aktuellen Folge des DACHSER-Podcasts „Network Talk“ spricht CDO Stefan Hohm über die Integration von Elektromobilität in das Logistiknetzwerk von DACHSER und warum Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung ist. Wir haben ihm drei zentrale Fragen gestellt.

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Was sind die wesentlichen Elemente der Klimaschutzstrategie von DACHSER und was macht diese in der Logistikbranche besonders?

Bereits 2015 haben wir begonnen, uns mit dem Einsatz von batterieelektrischen Fahrzeugen in der Stückgutbelieferung auseinanderzusetzen. Insbesondere stand die Frage im Vordergrund, wie wir eine nachhaltigere Stadtbelieferung in der Praxis umsetzen können. Mit diesen Erfahrungen haben wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie auf die Handlungsfelder Prozesseffizienz, Energieeffizienz, Forschung und Innovation sowie Corporate Citizen+ ausgerichtet. Letzteres geht über das Kerngeschäft hinaus. DACHSER engagiert sich für Umweltbildung, soziale Verantwortung und nachhaltige Entwicklung – etwa durch Partnerschaften, lokale Projekte, nachhaltige Strukturen, Spenden und freiwillige Initiativen. Hier wollen wir die Auswirkungen des Klimawandels auf die betroffenen Menschen lindern.

Auf Basis dieser Säulen entwickeln wir uns kontinuierlich weiter – wir prüfen, was funktioniert und was nicht. So haben wir in Deutschland drei sogenannte E-Mobility-Standorte geschaffen, um verschiedene Technologien rund um die Elektromobilität gemeinsam zu installieren und im Echtbetrieb zu betreiben – insbesondere im Fernverkehr. Ziel ist es, durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen die Emissionen zu reduzieren, was auch funktioniert. Kein Versprechen ohne finanzielle, technologische und regulatorische Realisierbarkeit! Das erforderte teils erhebliche Investitionen, die auch in Zukunft unerlässlich für einen belastbaren Fahrplan zu einer emissionsfreien Zukunft sein werden. Auch unsere Kunden werden sich daran beteiligen müssen.

Wir teilen unsere Erkenntnisse und erläutern beispielsweise, dass der Betrieb mehrerer batterieelektrischer Fahrzeuge auf einem Gelände weit mehr erfordert als nur ausreichende Ladeinfrastruktur.
Stefan Hohm, CDO DACHSER

Sie beschreiben DACHSER oft als Impulsgeber für Nachhaltigkeit in der Logistik. Können Sie konkrete Beispiele für Innovationen oder Pilotprojekte nennen, die diesem Anspruch gerecht werden?

Mit „Impulsgeber“ meinen wir an dieser Stelle nicht, dass wir die meisten batterieelektrischen Fahrzeuge oder die geringsten Emissionen haben. Vielmehr gehen wir das Thema realistisch an und setzen auf eine Vielzahl von Ansätzen und Maßnahmen. Einige unserer Ideen sind am Ende nicht immer umsetzbar oder erweisen sich als nicht praktikabel. Auch das ist für mich Teil der Rolle als Impulsgeber, und auch hier spielen unsere E-Mobility-Standorte eine wichtige Rolle. Wir teilen unsere Erkenntnisse und erläutern beispielsweise, dass der Betrieb mehrerer batterieelektrischer Fahrzeuge auf einem Gelände weit mehr erfordert als nur ausreichende Ladeinfrastruktur. Es braucht intelligente Energieverteilung oder auch Photovoltaikanlagen – also ein Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Ein weiteres Beispiel für unsere Kraft als Impulsgeber ist DACHSER Emission-Free Delivery: Hier haben wir unser Ziel erreicht, bis Ende 2025 definierte Innenstadtgebiete in 25 Stadtzentren europäischer Metropolen im ungekühlten Segment komplett emissionsfrei zu beliefern.

Nicht immer setzt sich die auf den ersten Blick praktikabelste Technologie durch.
Stefan Hohm, CDO DACHSER

Forschung und Innovation sind zwei der zentralen Handlungsfelder der Nachhaltigkeitsstrategie von DACHSER. Wie wichtig sind diese Elemente Ihrer Meinung nach insgesamt in der Logistik, um Klimaschutz voranzutreiben?

Es ist essenziell, die Herausforderungen zunächst theoretisch zu verstehen. Wir forschen deshalb intensiv zu verfügbaren Technologien und zu deren Möglichkeiten und Nachteilen. Nicht immer setzt sich hierbei die auf den ersten Blick praktikabelste Technologie durch. Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lkw sind zwar bald verfügbar, aber aktuell sieht es so aus, als würden batterieelektrische Fahrzeuge auch auf der nächtlichen Hauptlaufstrecke das Rennen machen. Darüber hinaus müssen wir klar definieren, wie viel wir in einzelne Technologien investieren. Beispielsweise haben wir vor einigen Jahren bewusst keine LNG-Lkw gekauft, da sie weiterhin fossilen Kraftstoff verbrennen und nur als Übergangstechnologie zu sehen sind. Später stiegen die LNG-Preise stark an und die Mautbefreiung ist politisch entfallen – unsere Entscheidung war also richtig. Ein solides theoretisches Fundament und die notwendige Expertise liefern unser Bereich Corporate Research & Development sowie das Team des Fachbereichs Corporate Sustainability. Die Kolleginnen und Kollegen von Road Logistics und Air & Sea Logistics setzen die Erkenntnisse in die Praxis um.

Mehr über die Nachhaltigkeitsstrategie von DACHSER erfahren Sie in der aktuellen Folge unseres Podcasts Network Talk. Die komplette Episode mit Stefan Hohm finden Sie hier sowie auf allen bekannten Podcast-Plattformen.

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

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