Herausforderungen durch den Klimawandel bewältigen
Autor: Christian Auchter I Lesezeit: 4 Minuten
09/01/2026
Auch in Mosambik nimmt die Zahl extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel zu. Lokale Initiativen im Süden des Landes, vorangebracht vom lokalen Terre des Hommes-Partner MAHLAHLE und DACHSER, helfen der Bevölkerung, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen und bringen spürbare Verbesserungen für ihren Alltag.
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Es war ein aufregender Tag für die Kinder und Jugendlichen des Eco Club in Bambatela, einer Siedlung im Süden Mosambiks. Ende Oktober 2025 besuchten Fernsehreporter des nationalen Rundfunks das kleine Dorf. Die Journalisten wollten mehr über ein Umwelt- und Hilfsprojekt erfahren und dazu auch die Mitglieder des lokalen Eco Club befragen. Souverän erklärten die jungen Umweltaktivisten dann vor der Kamera, was sie besonders beschäftigt: Rauch und Treibhausgase bei der Verbrennung von Feuerholz, die Zerstörung von Wald und Buschland oder auch die Verschmutzung von Gewässern durch Müll.
Kamera: Venancio Machaiela; Text und Voiceover: Carlos Gastene
Verbesserung der Lebensstandards, weniger Emissionen, Erleichterungen im Alltag
Das Bewusstsein für solche Themen bei den Jugendlichen sowie der gesamten Dorfgemeinschaft durch Eco Clubs zu schaffen, ist eines der Ziele eines Terre des Hommes-Projekts in Mosambik, das von DACHSER unterstützt wird. In den südlichen Provinzen Imhambane und Gaza wird ein ganzes Bündel an Maßnahmen umgesetzt, um die Lebenssituation der Menschen vor Ort konkret zu verbessern, die Umwelt zu schützen und den Folgen des Klimawandels zu begegnen.
Der lokale Partner MAHLAHLE kümmert sich im engen Austausch mit den Dorfgemeinschaften um die Durchführung. Ein zentraler Teil der Aktivitäten ist die Ausstattung von 9.000 Familien mit effizienten Kochherden. Die neuen, in Afrika gefertigten Herde, haben um bis zu 60 Prozent geringere CO2-Emissionen als traditionelle Kochstellen, verbessern gleichzeitig das Raumklima und benötigen weniger Feuerholz. Damit wird weniger Wald- und Buschland gerodet und die Familien brauchen weniger Zeit für das Sammeln von Holz und das Kochen.
Für Menschen wie Sara Sahin erleichtert ein solcher Herd den Alltag erheblich. Früher gab sie einen Großteil ihres Einkommens für Holzkohle aus. Dann verbrachte sie mehrere Stunden am Tag damit, Brennholz zu suchen und in einer Sandgrube ein Feuer zu entfachen. Außerdem litt sie unter dem beißenden Rauch des offenen Feuers. Ihr neuer effizienter Kochherd verbraucht dagegen nur ein Drittel des Holzes, das sie früher sammeln musste, und der Rauch wird abgeleitet. So hat Sara viel mehr Zeit, sich um ihre Enkelkinder zu kümmern. Das Beispiel verdeutlicht den Ansatz der lokalen Projekte: Sie verbessern in erster Linie das Leben der Menschen – der Beitrag zum Klimaschutz ist dabei ein hoch willkommener Nebeneffekt.
3.000 weitere, effiziente Kochherde sollen zudem von jungen lokalen Handwerkern hergestellt und vertrieben werden. Zusätzlich werden 60 Jugendliche in der Herstellung von Honig ausgebildet und mit dem notwendigen Material ausgestattet, um ihnen eine neue Einkommensquelle zu eröffnen – gemäß dem Motto, das die Zusammenarbeit von DACHSER und Terre des Hommes seit zwanzig Jahren prägt: Unternehmertum fördern, Chancen eröffnen und Zukunft geben.
Mosambik liegt an der Ostküste Afrikas am Indischen Ozean, auf der Höhe der Insel Madagaskar. Das Land ist regelmäßig von extremen Wetterereignissen betroffen wie Dürren, Überschwemmungen und tropischen Stürmen. Gleichzeitig ist Mosambik eines der ärmsten Länder der Welt. Laut einer Analyse der Weltbank gehört Mosambik zu den weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Ohne Maßnahmen zur Anpassung könnten die Auswirkungen des Klimawandels im schlimmsten Fall bis 2050 weitere 1,6 Millionen Menschen in die Armut treiben.
Praktische Hilfe für sauberes Wasser
Auch die Wasserversorgung zu verbessern ist eines der Projektziele. 4.500 Familien sollen in den beiden Provinzen Imhambane und Gaza einen besseren Zugang zu Wasser erhalten. Dafür werden sechs Wassertürme gebaut und Bohrungen bis 79 Meter Tiefe vorgenommen, um bis zu 60.000 Liter Wasser zu gewinnen.
Auch in der Gemeinde Bambatela, die im Oktober von den Kamerateams besucht wurde, ist die Hilfe bei der Wasserversorgung ein zentrales Thema. Der lokale Terre des Hommes-Projektpartner MAHLAHLE sorgt hier für landwirtschaftliche Bewässerung, die Bereitstellung von Wassertränken für Tiere, die Einrichtung eines Gewächshauses sowie für Gemeinschaftswaschbecken und Brunnen mit Trinkwasser.
Bernhard Simon, Chairman of the Supervisory Board bei DACHSER, bringt es bei einem Besuch in Babatela, bei dem er sich selbst ein Bild von den lokalen Maßnahmen machte, auf den Punkt: „Die Emissionen zu reduzieren ist eines der Ziele des Projekts. Aber das kann nur funktionieren, wenn wir mit den Menschen vor Ort direkt sprechen und verstehen, was sie brauchen. Denn letztlich geht es darum, deren Lebenssituation vor Ort zu verbessern.”










