Zwei Jahrzehnte Wachstum und Vernetzung: Drei Fragen an Roman Stoličný

Wie sich DACHSER in der Slowakei vom Pionier in einem jungen Markt zu einem integralen Teil des europäischen Netzwerks des Logistikdienstleisters entwickelt hat.

Autor: Hendrik Durst I Lesezeit: 4 Minuten

16/10/2026

In der aktuellen Folge des DACHSER Podcasts „Network Talk“ spricht Roman Stoličný, Managing Director Road Logistics South East Europe bei DACHSER, über 20 Jahre DACHSER Slowakei, die Entwicklung der Logistikbranche in Südosteuropa sowie über Chancen im Markt in der Gegenwart und Zukunft. Wir haben ihm drei zentrale Fragen gestellt.

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Wie haben Sie den Weg vom Unternehmer zum Teil des DACHSER Netzwerks erlebt?

Roman Stoličný: Mein beruflicher Weg begann ursprünglich in der Luftfahrt. Nach meiner Ausbildung zum Berufspiloten arbeitete ich zunächst für eine Fluggesellschaft, bevor ich gemeinsam mit einem Geschäftspartner die Spedition Lindbergh Air Freight gründete. Nach rund zehn Jahren Wachstum standen wir vor der Frage, wie wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen können. Gleichzeitig begann DACHSER, sich verstärkt für die Märkte im Osten Europas zu interessieren. Daraus entstand eine Win-win-Situation. Wir fanden mit DACHSER einen strategischen Partner, und DACHSER fand ein Unternehmen, dessen Werte und Philosophie sehr gut zur eigenen Unternehmenskultur passten.

Somit begann die Geschichte von DACHSER Slovakia mit einem Handschlag, doch rückblickend war die Integration weit mehr als ein simpler Unternehmenszusammenschluss. Sie eröffnete die Möglichkeit, lokale Marktkenntnis und Unternehmergeist mit der Stärke eines internationalen Netzwerks zu verbinden. Heute profitieren unsere Kunden von einheitlichen Standards, einem starken europäischen Netzwerk und gleichzeitig von der Nähe zu lokalen Ansprechpartnern.

Der Beitritt zur Europäischen Union war dabei ein entscheidender Wendepunkt. Er eröffnete den Zugang zum Binnenmarkt, förderte Investitionen, beschleunigte den Ausbau der Infrastruktur und stärkte Handel und industrielle Produktion.
Roman Stoličný, Managing Director Road Logistics South East Europe bei DACHSER

Wie hat die europäische Integration die Logistik in Südosteuropa verändert?

R. Stoličný: Die vergangenen Jahrzehnte waren von grundlegenden Veränderungen geprägt. Nach dem Ende der zentral gesteuerten Wirtschaftssysteme mussten die Länder im Herzen Europas ihren Platz neu finden. Der Beitritt zur Europäischen Union war dabei ein entscheidender Wendepunkt. Er eröffnete den Zugang zum Binnenmarkt, förderte Investitionen, beschleunigte den Ausbau der Infrastruktur und stärkte Handel und industrielle Produktion. Davon hat auch die Logistik enorm profitiert.

Besonders wichtig war das starke Wachstum des grenzüberschreitenden Handels. Lieferketten wurden internationaler, Unternehmen orientierten sich zunehmend an europäischen und globalen Märkten, und die Vernetzung innerhalb Europas nahm deutlich zu. Heute profitieren unsere Kunden von einem eng verbundenen Netzwerk, das tägliche Verbindungen zwischen zahlreichen Ländern ermöglicht. Ein wichtiger Baustein dafür ist das Eurohub in Bratislava. Es verbindet die Märkte Zentral- und Osteuropas mit nahezu dem gesamten europäischen Stückgutnetzwerk von DACHSER und sorgt für effiziente Verkehre mit kurzen Laufzeiten.

Heute profitieren unsere Kunden von einem eng verbundenen Netzwerk, das tägliche Verbindungen zwischen zahlreichen Ländern ermöglicht.
Roman Stoličný

Worauf kommt es künftig an, um in einem dynamischen Logistikmarkt wie Südosteuropa auch erfolgreich zu sein?

R. Stoličný: Die Erwartungen unserer Kunden haben sich deutlich verändert. Heute geht es längst nicht mehr nur darum, Waren von A nach B zu transportieren. Gefragt sind resiliente, flexible und transparente Lieferketten. Kunden erwarten Transparenz in Echtzeit, schnelle Reaktionsfähigkeit und eine gleichbleibend hohe Servicequalität – unabhängig davon, in welchem Land sie tätig sind.

Genau deshalb bleibt ein Grundsatz für mich unverändert wichtig. Schon zu Beginn meiner Zeit bei DACHSER lautete die Devise: „Qualität, Qualität, Qualität, dann wirtschaftlicher Erfolg und danach wieder Qualität.“ Dieser Gedanke gilt bis heute. Hohe Servicequalität schafft Vertrauen und langfristige Kundenbeziehungen. Gleichzeitig müssen wir uns auf neue Entwicklungen wie Nearshoring, Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz einstellen. Dabei bin ich überzeugt, dass Technologie künftig viele Prozesse unterstützen, der Mensch aber weiterhin im Mittelpunkt stehen wird. Letztlich sind es Menschen, die Entscheidungen treffen, neue Lösungen entwickeln und Chancen erkennen müssen.

Mehr über die Entwicklung von DACHSER in der Slowakei, die Rolle des Eurohubs in Bratislava sowie über Zukunftsperspektiven der Logistik in Südosteuropa erfahren Sie in der aktuellen Folge unseres Podcasts „Network Talk“. Die komplette Episode mit Roman Stoličný finden Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

Hendrik Durst

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