Auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Logistik

Alberto Gil González treibt bei DACHSER Iberia die Dekarbonisierung voran

Autor: María Hernansanz I Lesezeit: 7 Minuten

19/08/2026

Alberto Gil González leitet das Team Energy Management & Sustainability bei DACHSER Iberia. Seine Aufgabe ist es, den aus der Klimaschutzstrategie des Unternehmens abgeleiteten Zero-Emission-Transition-Plan konkret auszuarbeiten und in der lokalen Praxis umzusetzen. Seine Überzeugung? Der Weg zu emissionsfreier Mobilität gelingt nicht allein mit neuer Technik. Entscheidend sind vielmehr die Menschen, die den Wandel mittragen und im Alltag möglich machen. Wenn alle Puzzleteile zusammenpassen, können Elektromobilität, Energieeffizienz und die Zusammenarbeit über Bereichsgrenzen hinweg die Logistik ein Stück nachhaltiger machen.

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Als Alberto Gil González vor über zwanzig Jahren ins Berufsleben startete, war in den meisten Unternehmen Spaniens Nachhaltigkeit noch kein strategisches Kernthema. Seine Arbeitsschwerpunkte lagen damals darin, industrielle Prozesse zu optimieren, die Energieeffizienz von Anlagen zu verbessern oder mit technischen Lösungen die Wettbewerbsfähigkeit seines jeweiligen Arbeitgebers zu steigern. Später erkannte er, dass vieles von damals bereits in dieselbe Richtung ging wie seine heutige Arbeit, nämlich Energie und Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. „Damals sprachen wir von Kostenoptimierung und Effizienzsteigerung. Ohne dass wir uns dessen bewusst waren, ging es eigentlich auch damals schon um Nachhaltigkeit“, stellt er fest. „Doch heute ist das anders, Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur eine technische Frage, sondern eine zentrale Aufgabe auch für Logistikunternehmen.“

Vor zwei Jahren kam Gil González zu DACHSER Iberia, um dort die Leitung des Teams Energy Management & Sustainability zu übernehmen. „Was mich an DACHSER überzeugt hat: Nachhaltigkeit ist hier kein Einzelprojekt und nicht Aufgabe einer isolierten Abteilung. Sie ist Teil der Unternehmensstrategie und direkt in der Geschäftsführung verankert“, erklärt er.

Neben der Organisationsstruktur gab es noch einen weiteren Aspekt, der ihn schnell begeisterte: die spezifische Kultur der Zusammenarbeit im Familienunternehmen. Während seiner Einarbeitung merkte er schnell, dass bei DACHSER nicht nur fachliche Kompetenz zählt, sondern auch die Persönlichkeit dahinter. Eine Haltung, die seiner Ansicht nach auch immer wieder Arbeitsalltag spürbar ist. „Du kannst mit einem Fahrer sprechen, der gerade von einer Tour zurückgekommen ist, und dich ein paar Minuten später mit dem Geschäftsführer austauschen. Diese Nähe sagt viel über die Arbeitsweise bei DACHSER aus.“

Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie umfasst bei DACHSER Iberia neben Elektromobilität auch Energiemanagement, Emissionsreduzierung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit.

Nachhaltigkeit als Unternehmensstrategie

Als Teamleiter Energy Management & Sustainability ist Gil González für einen Themenbereich zuständig, der weit über die Elektromobilität hinausgeht. Dazu zählen Energiemanagement, Emissionsreduzierung, alternative Kraftstoffe, ESG-Berichterstattung sowie die Einhaltung neuer europäischer Vorschriften. „Nachhaltigkeit kann nicht ausschließlich bei einer bestimmten Person oder Bereich aufgehängt sein. Sie funktioniert nur, wenn das gesamte Unternehmen sie in seine tägliche Arbeitsweise integriert“, betont er.

Diese übergreifende Herangehensweise ist ihm an seiner Arbeit besonders wichtig. „Das zwingt mich auch dazu, ständig dazuzulernen.“ Deshalb verbringt er viel Zeit im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in nahezu allen Teilen des Unternehmens: mit dem operativen Bereich über die Optimierung von Routen, mit der Immobilienabteilung über effizientere Gebäude, mit dem Einkauf über neue Kriterien für die Lieferantenauswahl, mit der Personalabteilung, der Rechtsabteilung oder der Kommunikation über die Frage, wie sich Fortschritte sichtbar machen lassen.

„Jede Abteilung hat ihre eigenen Gegebenheiten. Das hilft mir, besser zu verstehen, wie das Geschäft funktioniert – bei DACHSER in Spanien und Portugal, aber auch weltweit“, sagt er.

Nachhaltigkeit funktioniert nur, wenn das gesamte Unternehmen sie in seine tägliche Arbeitsweise integriert.
Alberto Gil Gonzalez, Team Leader Energy Management & Sustainability

Warum der E-Lkw allein nicht reicht

Die Elektromobilität ist einer der Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie von DACHSER. Auf der Iberischen Halbinsel betreibt der Logistiker derzeit 20 eigene Elektro-Lkw und baut seine emissionsfreie Flotte für den Nah- und Fernverkehr schrittweise immer weiter aus. All das ist Teil des Plans „Zero-Emission Transition 2030“ von DACHSER, in dem das Ziel formuliert wurde, dass die direkten Emissionen des gesamten Unternehmens (Scope 1 und 2) in den nächsten fünf Jahren um 42 Prozent gesenkt werden.

Gil González betont jedoch, dass die Zukunft nicht allein von Elektrofahrzeugen abhängt. „Es gibt keine Einheitslösung für die Dekarbonisierung der Logistik. Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir Elektrifizierung, alternative Kraftstoffe, betriebliche Effizienz, Innovation und Digitalisierung zusammen denken“, erklärt er.

„Oft entsteht der Eindruck, dass alles vom Lkw abhängt. Aber eine nachhaltigere Logistik bedeutet auch, Routen besser zu planen, Leerfahrten zu reduzieren, die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen oder Konfigurationen wie Duo-Trailer und Megatrailer zu nutzen.“ Im Kern, sagt Gil González, gehe es darum, die Logistik intelligenter zu gestalten – ganz dem Slogan „Intelligent Logistics“ entsprechend.

Nachhaltigkeit spielt in Spanien und Portugal auch auf Kundenseite eine immer wichtigere Rolle. Viele Unternehmen setzen sich Ziele zur Emissionsreduzierung und suchen Logistikdienstleister, die sie auf diesem Weg begleiten können. Gil González ist überzeugt, dass sich der Wandel nur beschleunigen lässt, wenn sich das gesamte Ökosystem weiterentwickelt: die Ladeinfrastruktur, die Verfügbarkeit von Fahrzeugen, die technologische Entwicklung und auch die Art und Weise, wie Kunden und Verbraucher Transport verstehen.

Dazu gehört für ihn auch der Blick auf Liefergeschwindigkeit und Planbarkeit: „Auch der Wunsch nach immer kürzeren Lieferzeiten hat schädliche Auswirkungen auf die Umwelt. Je mehr Spielraum wir haben, um zu planen, Ladungen zu bündeln und Routen zu optimieren, desto effizienter und nachhaltiger kann Logistik sein.“

Oft entsteht der Eindruck, dass alles vom Lkw abhängt. Aber eine nachhaltigere Logistik bedeutet auch, Routen besser zu planen, Leerfahrten zu reduzieren, die Auslastung der Fahrzeuge zu erhöhen oder Konfigurationen wie Duo-Trailer und Megatrailer zu nutzen.
Alberto Gil Gonzalez, Team Leader Energy Management & Sustainability

Warum Menschen über den Wandel entscheiden

Für Gil González ist vor allem die stetig wachsende Dynamik seiner Arbeit reizvoll: „Alles, was mit Technologie zu tun hat, finde ich sehr motivierend.“ Elektrofahrzeuge, Batterien, erneuerbare Energien, Digitalisierung oder Datenanalyse sind Teil eines Umfelds, das sich rasant weiterentwickelt und ihn dazu bringt, stets auf dem Laufenden zu bleiben. Wenn man ihn jedoch fragt, was die größte Herausforderung der Energiewende ist, antwortet er, ohne zu zögern: „Es ist nicht die Technologie. Es sind die Menschen.“

Aus seiner Erfahrung in unterschiedlichen Transformationsprozessen weiß er, dass die Einführung neuer technischer Lösungen oft einfacher ist als die Veränderung von Gewohnheiten. Das erlebt er auch bei der schrittweisen Integration von Elektrofahrzeugen in die Firmenflotte. Während einige die Umstellung mit Begeisterung aufnehmen, fragen andere zunächst, wie sich die Fahrzeuge im Alltag nutzen lassen. „Jede Veränderung sorgt für Unsicherheit. Der beste Weg, damit umzugehen, ist zu zeigen, dass es funktioniert.“

Darin zeigt sich auch sein Verständnis von Führung: Zuhören, Vertrauen schaffen, Schritt für Schritt vorankommen und dafür sorgen, dass Innovation Teil des Alltags wird. Denn für ihn lässt sich der Erfolg des Übergangs zu einer emissionsfreien Logistik nicht allein an der Zahl der eingesetzten Elektrofahrzeuge messen, sondern vor allem daran, wie es gelingt, Menschen für den Wandel zu gewinnen und neue Arbeitsweisen dauerhaft im Unternehmensalltag zu verankern.

María Hernansanz

Redaktion DACHSER magazin

María Hernansanz

Redaktion DACHSER magazin

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