DACHSER & FERCAM Italia: Regional verwurzelt, europaweit vernetzt

Synergien im Food Valley, Exportverkehre aus Modena, Branchenfokus an der Adriaküste: Die italienischen Niederlassungen verbinden lokale Marktkenntnis mit den Vorteilen eines europaweiten Stückgutnetzwerks.

Autor: Hendrik Durst I Lesezeit: 7 Minuten | Foto: NicoElNino via Getty Images

14/08/2026

Italiens Wirtschaft ist stark von den Besonderheiten der einzelnen Regionen geprägt. Exportstarke Industriezentren, traditionsreiche Familienunternehmen und eine Lebensmittelindustrie mit internationalem Renommee: Auf engem Raum treffen unterschiedlichste Branchen, Wirtschaftsstrukturen und logistische Anforderungen aufeinander. Die Niederlassungen von DACHSER & FERCAM Italia spiegeln diese Vielfalt wider – und lassen ihre Kunden von der Kraft eines gemeinsamen Netzwerks profitieren.

DACHSER Website
DACHSER Weltweit
Kontakt aufnehmen

Quick Read

Für DACHSER hat Italien seit vielen Jahren eine besondere Bedeutung. Seit 2003 verband den Logistikdienstleister eine enge Partnerschaft mit dem Südtiroler Familienunternehmen FERCAM, das den italienischen Markt bestens kennt. 2024 erreichte diese Zusammenarbeit eine neue Stufe: Nach dem erfolgreichen Carve-out der Stückgut- und Kontraktlogistikaktivitäten wurde mit DACHSER & FERCAM Italia ein eigenständiges Unternehmen gegründet, an dem DACHSER 80 Prozent der Anteile hält.

Integration in das europäische Logistiknetzwerk

Heute verbindet DACHSER & FERCAM Italia mit rund 1.000 Mitarbeitenden und 47 Standorten die regionalen Wirtschaftsräume Italiens mit dem europäischen Stückgutnetzwerk von DACHSER – unabhängig davon, ob es um Industriegüter aus Norditalien, Möbel von der Adriaküste oder Teile für die Süßwarenproduktion in Umbrien geht. Wie unterschiedlich diese regionalen Anforderungen sein können und wie sie innerhalb einer gemeinsamen Struktur zusammenfinden, zeigt ein Blick auf ausgewählte Standorte von DACHSER & FERCAM Italia. Trotz regionaler Unterschiede verbindet sie ein gemeinsames Ziel: lokale Marktkenntnis mit den Möglichkeiten eines europaweiten Netzwerks zu verknüpfen. Und wie immer sind es die Menschen, die Logistik zum Leben erwecken: Menschen, die Integration als Chance für geschäftliche und persönliche Entwicklung sehen – und die diese Chance mit Mut und Motivation ergreifen.


„Während unsere italienischen Kolleginnen und Kollegen das Tagesgeschäft zuverlässig abwickeln, treiben sie mit großem Engagement die Transformation von Systemen und Prozessen voran. Mit der Einführung unserer integrierten Kernsysteme für Transport- und Warehouse-Management gehen wir aktuell in die nächste Phase der Integration, um Qualität und Transparenz weiter zu erhöhen. Gleichzeitig rollen wir das standardisierte DACHSER-Produktportfolio einschließlich der entargo-Familie in Italien aus. So schaffen wir die Grundlage dafür, regionale Marktkenntnis noch enger mit den Möglichkeiten des europäischen Netzwerks zu verbinden“, sagt Alexander Tonn, COO Road Logistics bei DACHSER.

1.000

Mitarbeitende verbinden bei DACHSER & FERCAM Italia regionale Marktkenntnis mit einem europaweiten Netzwerk.

Blick in die Umschlaghaller der Niederlassung in Parma, Italien
Blick auf die Verladetore der Niederlassung in Parma. Von hier aus gehen Sendungen ist gesamte DACHSER Netzwerk.

Regionale Kompetenz ist in Italien Trumpf

Die italienische Wirtschaft ist sehr exportstark – und das mit ausgeprägten regionalen Unterschieden. In Parma zum Beispiel prägt das sogenannte Food Valley die wirtschaftliche Identität der Region. Die Emilia-Romagna zählt zu den bedeutendsten Zentren der italienischen Lebensmittelindustrie und verbindet diese Tradition mit einer vielfältigen Zulieferindustrie. Die Niederlassung Parma vereint deshalb erstmals in Italien die DACHSER Business Lines European Logistics und Food Logistics unter einem Dach. Die Bündelung an einem Standort ermöglicht eine effizientere Nutzung von Flächen, Fahrzeugen und Transportkapazitäten. Gleichzeitig profitieren Kunden von einem breiteren Leistungsspektrum aus einer Hand.

Rund 50 Kilometer südöstlich, in Campogalliano bei Modena, ist die Emilia-Romagna dagegen stärker durch technologisch anspruchsvolle Industrien sowie Exportverkehre geprägt. Automobilindustrie, Keramik, Möbelbau, Metallverarbeitung und Biomedizin prägen dort das Umfeld. Die Niederlassung hat sich aufgrund ihrer Lage im Brennerkorridor zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im italienischen Netzwerk entwickelt und verbindet Export- und Inlandsverkehre täglich mit zentralen europäischen Märkten.

Weiter südlich, in der mittelitalienischen Region Umbrien, bedient die Niederlassung Perugia eine breit gefächerte regionale Wirtschaft. Die geografisch vielfältige Region mit einer dezentralen industriellen Struktur macht Logistikprozesse besonders anspruchsvoll: Routen müssen optimiert und Zeitfenster sowie Zustellzeiten präzise aufeinander abgestimmt werden. Neben Herstellern und OEMs der Süß- und Backwarenproduktion spielen auch Unternehmen aus den Bereichen Textil, Home Improvement sowie Hersteller von mechanischen und industriellen Komponenten eine wichtige Rolle. Entsprechend gefragt sind individuelle Logistiklösungen, die sich an konkreten Anforderungen der Kunden orientieren. „Hier geht es uns nicht darum, einfach unser Volumen zu steigern. Zunächst analysieren wir die Anforderungen, entwickeln eine maßgeschneiderte Lösung für den Kunden und prüfen den langfristigen Mehrwert der Dienstleistung“, beschreibt Niederlassungsleiter Stefano Felicioni die Arbeitsweise am Standort Perugia.

Zunächst analysieren wir die Anforderungen, entwickeln eine maßgeschneiderte Lösung für den Kunden und prüfen den langfristigen Mehrwert der Dienstleistung.
Stefano Felicioni, Niederlassungsleiter DACHSER Perugia

Auch an der Adriaküste stellen regionale Besonderheiten hohe Anforderungen. So konzentriert sich rund um die dortige Niederlassung in Cattolica eine Vielzahl mittelständischer Hersteller aus der Möbel- und Einrichtungsbranche. Der Transport dieser Güter erfordert oftmals eine besonders enge Abstimmung, da die Empfänger nicht selten Privatkunden sind und Aspekte wie die Zufahrten in historische Stadtzentren oder verkehrsbeschränkte Zonen berücksichtigt werden müssen.

Der Kundenservice ist hierbei Koordinator zwischen Auftraggeber, lokalen operativen Einheiten und dem Netzwerk. „In den ersten Monaten nach Beginn des Integrationsprozesses war der Lernwille besonders groß. Alle mussten sich in neue Abläufe und Arbeitsweisen einfinden, aber wir alle wuchsen schnell in unsere Rollen“, so Elisa D’Agostino, Customer Service Specialist in Cattolica. „Wir konnten sofort einen echten Teamgeist etablieren. Das macht vor allem bei anspruchsvollen Aufgaben den entscheidenden Unterschied.“

DACHSER Niederlassung in Cattolica, Italien
Die neue Niederlassung von DACHSER & FERCAM in Cattolica
„Wir konnten sofort einen echten Teamgeist etablieren.
Elisa D’Agostino, Customer Service Specialist, DACHSER Cattolica

Lokale Stärken im europäischen Netzwerk

Trotz der unterschiedlichen Schwerpunkte verbinden die Niederlassungen viele gemeinsame Ansätze: Die Nähe zu ihren Kunden und die Fähigkeit, lokale Anforderungen in überregionale und europaweite Logistikprozesse zu integrieren. „Unternehmen sind nur so stark wie die Menschen, die für sie arbeiten. Sind die Mitarbeitenden engagiert, ist auch das Unternehmen stark. Hier erleben wir Teams, die ihre Arbeit wirklich als gemeinsames Projekt verstehen“, beschreibt Stefano Felicioni die Kultur seiner Niederlassung in Perugia.

Diese Haltung findet sich auch an anderen Standorten wieder. So gehört die Niederlassung in Mantua zu den ersten in Italien, die die neuen Netzwerkstrukturen von DACHSER & FERCAM Italia nach der Gründung des Joint Ventures umgesetzt haben. Gleichzeitig begleitet der Standort verschiedene Zukunftsprojekte, darunter das Rebranding sowie die Einführung neuer digitaler Lösungen. Zudem übernimmt Mantua innerhalb von DACHSER & FERCAM Italia eine Vorreiterrolle als Pilotstandort für die Einführung von DOMINO, dem DACHSER-eigenen Transportmanagementsystem.

In der Niederlassung Padua sticht unter anderem der Customer Service hervor, als zentrale Schnittstelle zwischen Kunden, Vertrieb und operativen Einheiten. Früh wurden nationale und internationale Aufgaben in einem gemeinsamen Team gebündelt, und mit der zunehmenden Ausrichtung auf Inbound- und Outbound-Prozesse entwickelt sich der Standort mit den Strukturen des europäischen Netzwerks von DACHSER weiter. „Guter Kundenservice bedeutet für mich, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden. Dazu gehört, auch aus Fehlern zu lernen und diese künftig zu vermeiden“, so Giorgia Ortolani, Leiterin Customer Service in Padua.

Guter Kundenservice bedeutet für mich, zuzuhören und gemeinsam Lösungen zu finden.
Giorgia Ortolani, Leiterin Customer Service, DACHSER Padua

Ein Netzwerk für Italiens Vielfalt

Seit der Gründung von DACHSER & FERCAM Italia arbeiten die Teams daran, die tief verwurzelte Marktkenntnis aus den einzelnen Regionen mit den Standards, Strukturen und Systemen des europaweiten DACHSER Stückgutnetzwerks zu verbinden.

„Integration ist dann erfolgreich, wenn vorhandene Expertise erhalten bleibt, Kundenbeziehungen gestärkt werden und operative Exzellenz langfristig gesichert ist. Italien ist für viele Kunden von DACHSER Road Logistics ein zentraler Markt. Mit DACHSER & FERCAM Italia haben wir starke Strukturen geschaffen, um ihre Anforderungen zuverlässig zu erfüllen und regionale Stärken noch wirksamer in unser europäisches Netzwerk einzubinden“, so Alexander Tonn.

Die Beispiele aus den italienischen Niederlassungen zeigen, wie dieser Integrationsprozess Schritt für Schritt Gestalt annimmt – nicht als einmaliges Projekt, sondern als kontinuierliche Weiterentwicklung der Perspektiven für Kunden, Mitarbeitende und das gesamte Netzwerk von DACHSER. Ob Lebensmittellogistik im Food Valley oder Möbeltransport an der Adriaküste: Der gemeinsame Erfolgsfaktor bleibt derselbe. Denn regionale Marktkenntnis entfaltet ihren vollen Wert besonders dann, wenn sie Teil eines leistungsfähigen Netzwerks ist.

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

Nach oben scrollen