Kreislaufwirtschaft mit Perspektiven: Drei Fragen an Christoph Meyer 

Wie aus einem Jugend-Austauschprogramm von DACHSER und Terre des Hommes ein erfolgreiches Recyclingunternehmen in Sambia entstand – und heute Einkommen generiert und für saubere Umwelt sorgt

Autor: Hendrik Durst I Lesezeit: 4 Minuten

22/07/2026

In der aktuellen Folge des DACHSER Podcasts „Network Talk“ spricht Christoph Meyer, Projektmanager bei DACHSER, gemeinsam mit Levi Muwanah, Mitgründer von Trash4Cash, über die Entwicklung einer Business-Idee, die sich innerhalb weniger Jahre zu einem professionell geführten Sozialunternehmen entwickelt hat. Aus einem Austauschprogramm zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Sambia entstand in Livingstone eine Recyclingorganisation, die heute lokale Wertstoffkreisläufe aufbaut und damit zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die Anwohner der Region schafft. Christoph Meyer hatte im Rahmen des Austauschprogramms die Gelegenheit, Trash4Cash vor Ort kennenzulernen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, welche Faktoren hinter dem Erfolg des einstigen Start-ups stehen und welche Erfahrungen er vor Ort gesammelt hat. 

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Was macht Trash4Cash aus Ihrer Sicht zu einer so besonderen Erfolgsgeschichte?

Christoph Meyer: Mich beeindruckt vor allem, dass Trash4Cash heute als echtes Sozialunternehmen agiert. Die Organisation hat eine funktionierende Wertschöpfungskette für recycelbare Materialien aufgebaut und verbindet ökologische Ziele mit wirtschaftlichen Perspektiven für die Bevölkerung. Menschen sammeln Wertstoffe, erhalten dafür Geld und führen die Materialien gleichzeitig dem Recyclingkreislauf zu. Dadurch entstehen mehrere positive Effekte gleichzeitig: Die Umwelt wird entlastet, zusätzliche Verdienstmöglichkeiten werden geschaffen und lokale Gemeinschaften gestärkt.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Entwicklung der Organisation. Aus der lokalen Initiative einer Gruppe von Jugendlichen ist ein registriertes Unternehmen mit eigener Infrastruktur geworden. Heute verfügt Trash4Cash über ein eigenes Recyclingzentrum in Livingstone und arbeitet eng mit kommunalen und internationalen Partnern wie der UNIDO zusammen – ein Ansatz, bei dem ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen gleichermaßen adressiert werden.

Beeindruckt hat mich insbesondere die Entschlossenheit des Teams. Selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen, etwa während starker Einschränkungen bei der Stromversorgung, wurden immer wieder Wege gefunden, den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Organisation weiterzuentwickeln.
Christoph Meyer, Projektmanager bei DACHSER

Welche Erfahrungen aus Ihrem Aufenthalt in Sambia haben Sie besonders geprägt?

C. Meyer: Vor Ort wurde für mich sichtbar, dass Nachhaltigkeit weit mehr umfasst als Umwelt- und Klimaschutz allein. Erfolgreiche Lösungen müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbinden und langfristig wirken. Genau das gelingt bei Trash4Cash. Die Organisation trägt dazu bei, Städte und Gemeinden sauberer zu machen und eröffnet gleichzeitig neue Einkommens- und Entwicklungsperspektiven für die Menschen vor Ort.

Beeindruckt hat mich insbesondere die Entschlossenheit des Teams. Selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen, etwa während starker Einschränkungen bei der Stromversorgung, wurden immer wieder Wege gefunden, den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Organisation weiterzuentwickeln. Gleichzeitig spielt Bildungsarbeit eine wichtige Rolle. In Schulen, Universitäten und Jugendgruppen wird über Recycling, Ressourcenschonung und Umweltverantwortung informiert. Damit geht die Arbeit von Trash4Cash weit über die eigentliche Sammlung und Weiterverwertung von Wertstoffen hinaus.

Für mich liegt die besondere Stärke von Trash4Cash darin, dass ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden werden.
Christoph Meyer

Welche Rolle spielt DACHSER bei der Entwicklung von Initiativen wie Trash4Cash?

C. Meyer: Der Ursprung von Trash4Cash liegt in einem internationalen Austauschprogramm zwischen Jugendlichen aus Sambia und Nachwuchskräften von DACHSER, bei dem gemeinsam Lösungen für konkrete gesellschaftliche Herausforderungen entwickelt wurden. Aus diesem Impuls ist innerhalb des Corporate Citizen+-Portfolios von DACHSER eine Organisation entstanden, die heute eigenständig agiert und kontinuierlich wächst.

DACHSER begleitet diese Entwicklung weiterhin und unterstützt dabei, Sichtbarkeit für das Projekt zu schaffen. Gleichzeitig verfolgt Trash4Cash ambitionierte Pläne für die Zukunft. Das Team möchte seine Aktivitäten auf weitere Regionen ausweiten und zusätzliche Verarbeitungsschritte direkt vor Ort übernehmen. Dadurch könnten künftig noch mehr Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Recyclingkapazitäten in der Region entstehen.

Für mich liegt die besondere Stärke von Trash4Cash darin, dass ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden werden. Noch heute beeindruckt mich das enorme Potenzial, das entstehen kann, wenn engagierte Menschen, lokale Partner und Unternehmen langfristig zusammenarbeiten.

Mehr über Trash4Cash erfahren Sie in der aktuellen Folge von „Network Talk“ mit Christoph Meyer und Levi Muwanah. Die komplette Episode finden Sie hier sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

Hendrik Durst

Redaktion DACHSER magazin

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