Interview: Was die neue EU-Verpackungs-Verordnung PPWR für die Logistik bedeutet

Erste Anforderungen gelten seit dem 12. August 2026, weitere Vorgaben folgen schrittweise.

Autor: Melanie Guggenberger I Lesezeit: 6 Minuten

18/09/2026

Seit dem 12. August 2026 stellt die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) neue Anforderungen an Unternehmen und die Logistikbranche. Mit der Verordnung hat die Europäische Union einen Rechtsrahmen geschaffen, der Verpackungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltiger machen soll.

DACHSER Website
DACHSER Weltweit
Kontakt aufnehmen

Quick Read

Ziel der PPWR ist es, Verpackungsabfälle zu reduzieren, Mehrwegkonzepte zu stärken, die Recyclingfähigkeit von Verpackungen zu verbessern und die Anforderungen innerhalb der Europäischen Union stärker zu vereinheitlichen. Welche Auswirkungen die Verordnung auf Verpackungsmanagement, Nachweispflichten und Logistikprozesse hat, und wie sich DACHSER darauf vorbereitet, erklärt Moritz Roeben, Professional Legal Counsel bei DACHSER, im Interview.

Herr Roeben, was bedeutet die neue Verpackungsverordnung der Europäischen Union für die Logistik?

Moritz Roeben: Die PPWR betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von Verpackungen und damit auch die Logistik. Für Unternehmen wird es wichtiger denn je, ihre Rolle genau zu bestimmen und nachvollziehen zu können, woher verwendete Verpackungen stammen und welche Informationen und Nachweise hierzu vorliegen.

Welche konkreten Pflichten gelten, hängt von der jeweiligen Rolle innerhalb der Lieferkette ab – also davon, ob ein Unternehmen Verpackungen selbst herstellt, importiert, unter eigenem Namen in Verkehr bringt, befüllt, weitergibt oder als sonstiger Wirtschaftsakteur lediglich im Rahmen logistischer Prozesse einsetzt. Für die Praxis bedeutet das vor allem: klare Zuständigkeiten, verlässliche Informationen von Herstellern und Lieferanten sowie eine strukturierte Dokumentation.

Durch die frühzeitige Einbindung von Lieferanten, die strukturierte Sammlung von Nachweisen sowie die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche stellt DACHSER bereits heute die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung der PPWR.
Moritz Roeben, Professional Legal Counsel bei DACHSER

Was bedeutet die PPWR konkret für DACHSER?

M. Roeben: DACHSER hat sich frühzeitig auf die Anforderungen der PPWR eingestellt. Ein Schwerpunkt liegt derzeit darauf, die von Herstellern und Lieferanten bereitgestellten Informationen und Nachweise zu den von DACHSER beschafften Verpackungen strukturiert zu erfassen und verfügbar zu halten. 

Parallel verfolgt DACHSER die weitere regulatorische Entwicklung auf EU-Ebene genau, um neue Anforderungen rechtzeitig zu bewerten, mögliche Risiken zu identifizieren und auch künftig rechtskonforme sowie praktikable Verpackungs- und Logistiklösungen anbieten zu können.

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Konkretisierungen und neue Vorgaben erwartet. Durch die frühzeitige Einbindung von Lieferanten, die strukturierte Sammlung von Nachweisen sowie die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche stellt DACHSER bereits heute die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung der PPWR. 

Der Verpackungsbegriff PPWR umfasst grundsätzlich Gegenstände, die dazu bestimmt sind, Waren aufzunehmen, zu schützen, zu handhaben, zu liefern oder zu präsentieren.
Moritz Roeben, Professional Legal Counsel bei DACHSER 

Wo setzt DACHSER Verpackungen ein? Und welche Verpackungen fallen unter die PPWR?

M. Roeben: Der Verpackungsbegriff der PPWR ist weit gefasst. Er umfasst grundsätzlich Gegenstände, die dazu bestimmt sind, Waren aufzunehmen, zu schützen, zu handhaben, zu liefern oder zu präsentieren. In der Logistik betrifft das daher nicht nur klassische Kartonagen, sondern beispielsweise auch Stretch- und Schrumpffolien, Zwischenlagen, Etiketten, Klebebänder, Umreifungsbänder, Paletten, Gitterboxen und weitere Transport- und Schutzverpackungen.

Führt die Verordnung zu einem stärkeren Trend in Richtung Mehrwegverpackungen? 

M. Roeben: Die PPWR setzt Impulse für mehr Wiederverwendung und eine bessere Kreislauffähigkeit von Verpackungen. Mehrwegkonzepte werden deshalb in vielen Bereichen weiter an Bedeutung gewinnen, sofern sie ökologisch sinnvoll, operativ umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig sind. 

Bei DACHSER gibt es bereits innovative Lösungen, wie z. B. die DACHSER Retail Box. Das eigens entwickelte Mehrweg-Transportsystem in Form eines Rollcontainers optimiert die Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in der Einzelhandelslogistik.

Gleichzeitig bleibt die Umsetzung anspruchsvoll: Verpackungslösungen müssen zur jeweiligen Ware, zum Transportweg und zu den Prozessen im Netzwerk passen. 

Melanie Guggenberger

Redaktion DACHSER magazin

Melanie Guggenberger

Redaktion DACHSER magazin

Nach oben scrollen