Keine Chance für Ladungsdiebe

Wie DACHSER für einen hohen Diebstahlschutz sorgt

Autor: Matthias Rathmann I Lesezeit: 7 Minuten

23/04/2026

Betrüger nehmen die Logistikbranche ins Visier. Die Fälle von Ladungsdiebstahl nehmen zu. Daher ist bei der Transportvergabe und -abwicklung höchste Sorgfalt geboten – im hektischen Alltag einer Disposition sowie bei der Verladung von Direktpartien bei Kunden von DACHSER. Mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept und regelmäßigen Schulungen sorgt der Logistikdienstleister einen hohen Diebstahlschutz.

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Ob Kaffee, Kupfer oder Käse, ob Sportartikel oder Smartphones – abhanden kann alles kommen. Sogar ganze Lkw-Ladungen verschwinden – jährlich fast 26.000 an der Zahl, wie der Gesamtverband der Versicherer (GDV) schätzt. Den Schaden beziffert er auf rund 1,3 Milliarden Euro im Jahr, hinzu kommen demnach etwa 900 Millionen Euro an Folgekosten. „Vor Diebstahl ist tatsächlich nichts sicher“, bestätigt Stephan Wnuck, Department Head im Bereich Damage Prevention & Data Quality bei DACHSER. „Selbst ein kompletter Zug mit Butter, die dem Mindesthaltbarkeitsdatum unterliegt, kann abhandenkommen“, berichtet der 49-Jährige. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Sicherheit auf der Straße, erst im Controlling, dann als Teamleiter und seit drei Jahren als Fachbereichsleiter in der Schadenprävention.

Ladungsdiebstahl ist nicht mehr das Werk Einzelner, sondern von kriminellen Banden. Sie kommen montags ins Land, nehmen sich systematisch bestimmte Regionen und Unternehmen vor und suchen gegen Ende der Woche mit ihrer Beute das Weite. In dieser Zeit schlagen sie auf Rastplätzen und Autohöfen zu, brechen Kofferfahrzeuge auf und schlitzen Planen auf. Dabei ist Deutschland neben Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien einer der Hotspots. Das zeigen Fallzahlen von TAPA (Transported Asset Protection Association), der Industrievereinigung zur Bekämpfung von Ladungsdiebstahl, die sich eine höchstmögliche Sicherheit in der Lieferkette auf die Fahnen geschrieben hat.

Diebstahl hat viele Gesichter. Auch Planenschlitzer, die auf Rastplätzen zuschlagen, treiben weiterhin ihr Unwesen. Immer mehr machen jedoch Betrüger der Branche zu schaffen – Gauner, die sich die Ware unter falschen Namen und Identitäten erschleichen. Diese Täter greifen nicht zur Brechstange oder zum Messer, sondern nutzen das Internet und zunehmend Künstliche Intelligenz (KI) für ihre Zwecke. Dabei tummeln sie sich auf Frachtenbörsen ebenso wie im Mail-Eingangsordner – mit Fake-E-Mail-Adressen, die denen von existierenden Transportunternehmen täuschend ähnlich sind. Diese Phantomfrachtführer oder Fake Carrier tarnen sich als seriöse Unternehmen. In Wirklichkeit sind sie nicht an der Transportdienstleistung interessiert, sondern auf Diebstahl aus. 88 Schadensfälle von Phantomfrachtführern registrierte der Gesamtverband der Versicherer in den ersten sieben Monaten 2025 in der Logistikbranche – so viele wie im gesamten Jahr vorher. Der Schaden pro Fall: fast 200.000 Euro. Weil ihre Vorgehensweise immer raffinierter wird, können Disponenten ihnen im hektischen Tagesgeschäft leicht zum Opfer fallen. Mehr denn je gilt es daher hinreichend zu prüfen, mit wem man seine Geschäfte macht.

Eine Prüfung der Fahrzeugpapiere mit der Fahrgestellnummer des eintreffenden Lkw kann ebenfalls zum Prüfprozess gehören.
Stephan Wnuck, Department Head im Bereich Damage Prevention & Data Quality bei DACHSER

Die Kunden informieren und sensibilisieren

Hier setzt DACHSER mit seinen umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und Schulungsmaßnahmen an. Das betrifft einmal die Aufklärung der eigenen Mitarbeitenden. Zum anderen liegt es Stephan Wnuck am Herzen, auch die Kunden für das Phänomen des Phantomfrachtführers zu sensibilisieren. Nicht alle Verlader hätten ihre Betriebshöfe durch Zäune oder Pförtner gesichert beziehungsweise Kameras zur Überwachung installiert. „Hier können wir unterstützen und Hilfestellung geben“, erklärt der Sicherheitsexperte. Er empfiehlt auch den Kunden dringend bei Direktverladungen zu prüfen, um welchen Transportunternehmer, welches Kennzeichen und welchen Fahrer es sich handelt. Eine Beladung nur aufgrund einer Referenznummer sei nicht mehr ausreichend. Es muss zwingend ein Abgleich mit den Daten des eingekauften Transportunternehmer erfolgen. Es sei zudem legitim, sich das Ausweisdokument des Fahrers zeigen zu lassen. Verlader können sich auch noch weiter absichern: Es gebe bereits Systeme, die eine datenrechtskonforme digitale Speicherung des Ausweises erlaubten, erläutert Stephan Wnuck. Für sinnvoll hält er es, zusätzlich das Fahrzeug beziehungsweise die dazugehörigen Papiere unter die Lupe zu nehmen. „Eine Prüfung der Fahrzeugpapiere mit der Fahrgestellnummer des eintreffenden Lkw kann ebenfalls zum Prüfprozess gehören.“

Wichtig ist es außerdem, Ansprechsprechpartner von Behörden und von allen Transportbeteiligten zur Hand zu haben – um schnell handeln zu können, wenn der Ernstfall eintritt. Denn, das sagt Fachmann Wnuck auch: „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Und leicht machen darf man es den Kriminellen nicht.“ Er selbst steht im Kontakt mit den Behörden, etwa dem Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt, das eine Projektgruppe Cargo eingerichtet hat, um Langfingern das Handwerk zu legen. Zudem tauscht er sich seit zehn Jahren mit anderen Speditionen in der Kommission Logistiksicherheit des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik aus, in der die teilnehmenden Unternehmensvertreter konkrete Fälle melden und anonym auswerten. Die Praktiker in dem Gremium erarbeiten darüber hinaus Handlungsempfehlungen und Strategien, um dem Phänomen Phantomfrachtführer Herr zu werden.

200.000

Euro Schaden pro Fall meldet die Versicherungswirtschaft bei Betrügereien durch Phantomfrachtführer.

Mittels GPS-überwachter Plomben am Heckportal lässt sich die Ware technisch gut schützen.

Frachtenbörsen nur in Ausnahmefällen nutzen

DACHSER Experte Wnuck nennt zwei Beispiele, die zeigen, in welchem Spannungsfeld sich Speditionskaufleute täglich zwischen Sicherheit und Schnelligkeit bewegen müssen. Im Unternehmen gilt die Vorgabe, Frachtenbörsen nur in Ausnahmefällen zu nutzen. In den sogenannten Black Weeks sowie in der Oster- und Weihnachtszeit, wenn Händler mit Rabattaktionen immense Nachfrage erzeugen, kann der vertraglich gesicherte Laderaum aber auch mal knapp werden. Disponenten bleibt mitunter nichts anderes übrig, als sich am Markt beziehungsweise in Börsen Frachtkapazitäten einzukaufen. Ebenfalls bei DACHSER etabliert ist ein Konzept zum Parken auf sicheren Parkplätzen. Die Verantwortlichen der jeweiligen Standorte machen sich regelmäßig ein Bild von der Situation vor Ort. Dabei zeige sich: „Es gibt solche und solche Sicherheitsparkplätze“. Stephan Wnuck berichtet von einem sogenannten Sicherheitsparkplatz, bei dem sich die Diebe mit ihrem Fahrzeug über eine Wiese von der anderen Seite aus Zugang zu den abgestellten Trucks verschaffen konnten. Ist der Parkplatz, wie der beschriebene, nur im vorderen Bereich umzäunt, laufen die Sicherheitsvorkehrungen also ein Stück weit ins Leere.

Technisch lasse sich die Ware bereits sehr gut schützen, sagt der gelernte Speditionskaufmann und studierte Verkehrsfachwirt – etwa durch eine Zwei-Mann-Besatzung oder eine GPS-überwachte Bolzenverriegelung des Heckportals. Diese Schutzmechanismen verursachen jedoch erhebliche Zusatzkosten. Daher setzt DACHSER bei der Transportvergabe auf vertrauenswürdige, langjährige Service Partner und auf den Einsatz des eigenen Fuhrparks. Zusätzlich sind bei Diebstahl gefährdeten und hochwertigen Gütern ab einem bestimmten Warenwert die Mitarbeitenden angehalten, einen sogenannten High Value-Antrag zu stellen beziehungsweise ein entsprechendes Sicherheitskonzept einzuhalten. Sie müssen also zunächst grünes Licht von der Zentrale in Kempten einholen; in dem Zusammenhang werden die Versicherungsbestätigung des Transportunternehmers und die Auswahl der Parkplätze auf der Route überprüft. Und weil sich die Kriminellen immer neue Tricks einfallen lassen, um sich die Ware zu ergaunern, müssen auch Disponentinnen und Disponenten immer up to date sein. Ein- bis zweimal im Jahr nehmen sie an internen Schulungen und Online-Trainings teil – mit immer neuen Inhalten, Zahlen und Aspekten. Denn je mehr kriminelle Energie die organisierten Banden an den Tag legen, desto wichtiger ist es, ihnen und ihrem unseligen Treiben gewachsen zu sein.

Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es leider nicht. Und leicht machen darf man es den Kriminellen nicht.
Stephan Wnuck, Department Head in Bereich Damage Prevention & Data Quality bei DACHSER

Sicherheit geht vor

DACHSER Grundsätze für eine sichere Transportvergabe:

  • Vergabe nur an vertrauenswürdige, langjährige Service Partner
  • Nutzung von Frachtenbörsen nur in Ausnahmefällen
  • Telefonischer Kontakt vor der Verladung/Vergabe
  • Keine Ladung mit hohem Warenwert in die Frachtenbörse
  • Sub-Vergabe des Services-Partners nur nach schriftlicher Prüfung und Genehmigung

Matthias Rathmann

Redaktion DACHSER magazin

Matthias Rathmann

Redaktion DACHSER magazin

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