Innovationen in der Logistik: Highlights der letzten zehn Jahre Forschung & Entwicklung bei DACHSER

Einige der wichtigsten DACHSER Innovationen des letzten Jahrzehnts im Überblick

Autor: Melanie Guggenberger I Lesezeit: 7 Minuten

28/08/2026

Viele Innovationen beginnen als Idee – und verändern später ganze Prozesse. In den vergangenen zehn Jahren hat DACHSER zahlreiche Technologien und Konzepte erprobt, weiterentwickelt und in die Praxis überführt. Die folgenden Beispiele zeigen, wie Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit die Logistik Schritt für Schritt verändern.

 

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Innovationen spielen bei DACHSER seit jeher eine große Rolle. Von der Entwicklung der Wechselbrücke über die Einführung des NVE-Barcodes (Nummer der Versandeinheit) bis hin zur Vorreiterrolle in der Informationslogistik spielen neue Ideen mit Netzwerkrelevanz eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Familienunternehmens von der nationalen Spedition zum internationalen Logistikdienstleister. Vor zehn Jahren wurde das strategische Schwerpunktprogramm Idea2net mit der Gründung des Bereichs „Corporate Research & Development“ gezielt gestärkt und organisatorisch fest verankert – später im Ressort “IT & Development” von Chief Development Officer (CDO) Stefan Hohm sogar auf Vorstandsebene. Seitdem sind zahlreiche Projekte entstanden, die die moderne Logistik durch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Automatisierung prägen. Unsere Bildergalerie zeigt bedeutende Entwicklungen und Innovationen der vergangenen zehn Jahre. 

Mit dem Konzept der emissionsfreien Stadtbelieferung leistet DACHSER einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in stark belasteten innerstädtischen Bereichen, da mit E-Lkw und Lastenrad lokal keine Treibhausgasemissionen verursacht werden. 

Das Innovationsprojekt „DACHSER Emission-Free Delivery“ wurde 2018 in der Niederlassung Kornwestheim entwickelt und erstmals in Stuttgart sowie Paris umgesetzt. Die Pilotumsetzung wurde im selben Jahr vom Bundesumweltministerium im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Urbane Logistik“ ausgezeichnet.

2023 kündigte DACHSER an, in einem Zeitraum von drei Jahren die Zahl seiner städtischen emissionsfreien Liefergebiete in Europa verdoppeln zu wollen. Zum Jahresende 2025 hat der Logistikdienstleister sein Ziel erreicht. In 25 europäischen Großstädten bzw. Metropolregionen in zehn Ländern richtete DACHSER definierte Innenstadtbereiche ein, in denen ungekühlte Stückgutsendungen lokal emissionsfrei zugestellt werden. Das Unternehmen setzte damit einen weiteren Baustein seiner langfristigen Klimastrategie um. Trotz des erreichten Meilensteins bleibt die Ausweitung der emissionsfreien Innenstadtbelieferung sowie die Transformation hin zu Netto-Null-Emissionen insgesamt eine langfristige und kontinuierliche Aufgabe für das Familienunternehmen. 
 

DACHSER Emission-Free Delivery: Emissionsfreie Stadtlogistik

Gemeinsam mit DB Schenker, duisport und Rhenus gründete DACHSER 2021 die Open Logistics Foundation. Ziel ist es, digitale Standards auf Open-Source-Basis zu entwickeln und damit die Digitalisierung entlang der Lieferketten zu beschleunigen. Die Stiftung gilt bis heute als Vorreiterinitiative der Branche.

Ein gemeinsames Ergebnis ist die erste industriereife eCMR-Software. „Der neue eCMR-Standard zeigt: Open Source vereinfacht den Einstieg in die Digitalisierung und ist ein Treiber für standardisierte Commodities in digitalen Wertschöpfungsketten“, verdeutlichte Stefan Hohm, Chief Development Officer (CDO) bei der Vorstellung der Lösung auf der transport logistic 2025 in München.

„Die CMR-Software bedeutet eine erhebliche Entlastung für alle Beteiligten in der Transportkette – von den Fahrern über die Disponenten bis hin zu den Empfängern der Ware.“ Außerdem bestünde eine große Chance, mit diesem Open-Source-Ansatz noch wesentlich mehr Transportdokumente und -informationen zu digitalisieren, so Hohm.

Zum Einsatz kommen wird die Lösung der Open Logistics Foundation bei DACHSER im Rahmen des digitalen Begleitdokumentes (DCA), welches von den spanischen Behörden ab Oktober 2026 gefordert wird.

Gründung der Open Logistics Foundation: Open Source für die Logistik

8.500 Wechselbrücken hat DACHSER 2022 mit intelligenten Smart Tracking Devices ausgestattet. Über das Internet der Dinge lassen sich die Transportbehälter in Echtzeit verfolgen und Ankunftszeiten (ETA) exakt berechnen.

Auf einer zentralen Plattform werden sämtliche Positionsdaten – auch von Trailern und Zugmaschinen – zusammenführt und mit den Tourdaten des Transport-Managementsystems von DACHSER verheiratet. Die gewonnenen Daten erhöhen Transparenz, Planbarkeit und Servicequalität im europäischen Netzwerk.

Smart Tracking Devices für das europäische Stückgutnetz: Das Internet der Dinge (IoT) im Fernverkehr

Mit der Gründung des internen Kompetenzzentrums „Competence Center Data Science & Machine Learning“ bündelte DACHSER 2021 seine in unterschiedlichen Forschungs- und Innovationsprojekten erlangte Kompetenz rund um Künstliche Intelligenz, Data Analytics und Machine Learning. Das Zentrum schafft die Grundlage dafür, innovative Technologien gezielt in die logistischen Prozesse zu integrieren.

Konkrete Machine-Learning-Anwendungen entstanden bei DACHSER im Rahmen des DACHSER Enterprise Labs gemeinsam mit Wissenschaftlern des Dortmunder Fraunhofer Instituts IML. Zum Beispiel: PAnDA One. Das Akronym steht für Predictive (P) Analytics (An) DACHSER (DA) und (One) für das erste Machine Learning (ML) Projekt.

Das PAnDA One-Modell wurde speziell zur Prognose der Eingangsmengen einer Road Logistics-Niederlassung konzipiert. So könne man frühzeitig entsprechende Laderaumkapazitäten auf dem Markt sichern, beziehungsweise Ressourcen im Umschlaglager vorplanen erklärt Thomas Schmalz, Head of Production Management bei DACHSER.

Mit flexiblen Anbindungsmöglichkeiten an entsprechenden Schnittstellen (z.B. EDI, API) gestaltet DACHSER den Datentransfer so unkompliziert wie möglich. 

KI in der Logistik: Data Science & Machine Learning bei DACHSER

Unter dem Motto „Weg vom Klemmbrett“ startete DACHSER ab 2019 mit dem Aufbau einer globalen Community aus Mitarbeitenden, die ihre Applikationen selbst und ohne Programmierkenntnisse bauen und damit die Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben. Die Citizen-Development-Initiative hat mittlerweile mehr als 17,2 Millionen Seiten Papier in diversen Prozessen eingespart und wurde mehrfach mit dem „Citizen Development Empowerment Award“ ausgezeichnet.

Citizen Development: Digitalisierung aus der Belegschaft heraus

Gemeinsam mit dem Fraunhofer IML entwickelte DACHSER in seinem Enterprise Lab in Dortmund den digitalen Zwilling @ILO. Die Technologie erstellt vollautomatisch ein aktuelles, digitales Abbild aller Packstücke, Assets und Abläufe im Umschlaglager. Nachdem sich die Technologie seit 2021 in zwei Pilotumschlaglagern der Niederlassungen in Unterschleißheim bei München und Öhringen bei Heilbronn bewährt hat, wird sie derzeit schrittweise in den DACHSER Logistikterminals in ganz Europa ausgerollt.

Für die Innovation wurden DACHSER und das Fraunhofer IML 2023 mit dem Deutschen Logistik-Preis ausgezeichnet. Nach dem Deutschen Logistik-Preis folgte die internationale Anerkennung: @ILO erhielt Anfang 2026 den European Logistics Association Award.

Der digitale Zwilling: @ILO revolutioniert das Umschlaglager

Seit 2021 setzt DACHSER selbstfahrende Transportfahrzeuge, so genannte AGVs (Autonomous Guided Vehicles), im Warehouse ein. Nach einem erfolgreichen Langzeittest sind diese mobilen Roboter, die heute auch als Autonomous Mobile Robots (AMR) bezeichnet werden, inzwischen in mehreren deutschen Warehouses im Betrieb.

Sie erfassen über Sensorikelemente wie Kameras, Lidar und Radar die Umgebung und finden sich mittels KI selbstständig in der Umgebung zurecht. DACHSER setzt die AGVs im Mischbetrieb ein. Das heißt: Zusätzlich sind von Menschen gesteuerte Fahrzeuge unterwegs.

Darüber hinaus befinden sich in DACHSER Warehouses weitere innovative Technologien im Einsatz, wie z. B. Exoskelette, die körperlich schwere Arbeiten erleichtern. Die moderne Technik unterstützt beim Anheben und Tragen schwerer Gegenstände.

AGV / AMR: Autonome Fahrzeuge im Warehouse

In Freiburg, Hamburg und Malsch hatte DACHSER 2022 begonnen, die drei Niederlassungen zu „E-Mobility-Sites“ zu entwickeln und dort schwerpunktmäßig emissionsarme Technologien und Abläufe sowie das intelligente Strom- und Lastmanagement zu erforschen und auf Praxistauglichkeit zu testen.

Nach Abschluss des Projekts sind einige wichtige Erkenntnisse gewonnen worden, aber auch weiterhin viele Fragen offen. Derzeit sind die Teams der DACHSER E-Mobility-Sites dabei, all die über drei Jahre gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen zusammenzutragen für die Erstellung eines „Blueprint“ für das DACHSER Netzwerk. 

E-Mobility Sites: Testen und Forschen im großen Maßstab

Mit Innovationen in die Zukunft

„Forschung und Entwicklung bei DACHSER verfolgt ein klares Ziel: Erkenntnisse gewinnen, um über Pilotprojekte einen Mehrwert für das gesamte Logistiknetzwerk von DACHSER zu erzielen. Am Ende des Tages müssen Innovationen Kunden und Mitarbeitenden einen konkreten Mehrwert bieten“, sagt Andre Kranke, der den Bereich von Anfang an begleitet hat und heute als Head of Corporate Research & Development die F&E-Aktivitäten von DACHSER verantwortet. „Die vergangenen zehn Jahre zeigen, wie im Rahmen unseres strategischen Innovationsprogramms Idea2net aus vielen einzelnen Ideen alltagstaugliche Lösungen entwickelt werden und damit die Logistik der Zukunft entsteht.“

Melanie Guggenberger

Redaktion DACHSER magazin

Melanie Guggenberger

Redaktion DACHSER magazin

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